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North Carolina: rätselhafter Wrackfund in über 1.500 m Tiefe

Schiffswrack North Carolina Flasche Meeresgrund

Zufallsfund eines amerikanischen Tauchteams in den eiskalten Wassern des Atlantiks: Eine mutmaßliche Wein- oder Bierflasche in 1.500 Metern Tiefe; Credit: WHOI

US-Forscher haben vor der Küste von North Carolina ein unbekanntes Schiffswrack entdeckt. Die Überreste des Schiffes befinden sich in mehr als 1.500 Metern Tiefe. Das Wrack wurde am 12. Juli durch Zufall von Mitgliedern einer Forschungsexpedition aufgespürt. Die Meereswissenschaftler der Universitäten von Oregon und North Carolina waren im Rahmen einer Expedition der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) zur Erforschung von Tiefsee-Methanquellen an Bord des Forschungsschiffes ATLANTIS unterwegs. Ursprünglich auf der Suche nach einer verlorenen Mess-Verankerung im Küstengebiet vor North Carolina stießen zwei Unterwasserfahrzeuge des Forscherteams, darunter das Tauchvehikel ALVIN, unvermittelt auf ein größeres Trümmerfeld am Meeresgrund.

Forschungsschiff ATLANTIS mit Tauchboot ALVIN __

Das Forschungsschiff ATLANTIS mit dem Unterwasserfahrzeug ALVIN am Heck; Credit: Luis Lamar, Woods Hole Oceanographic Institution

Trümmerfeld in eiskalten Wasser ─ woher stammte das Schiff?

Ersten Vermutungen zufolge könnte das unbekannte Schiff aus der Zeit zwischen der Amerikanischen Revolution und dem frühen 19. Jahrhundert stammen. In den eiskalten Wassern in über 1.500 Metern Tiefe konnten bereits die Überreste eines Kompasses sowie eines weiteren Navigationsgerätes identifiziert werden. Ferner neun Bier- oder Weinflaschen, von welchen eine bereits für weitere Untersuchungen geborgen wurde. Die genauere Datierung des Schiffs und die Klärung seiner Herkunft erfolgt nunmehr durch die unterwasserarchäologische Abteilung der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA in Maryland.

Schiffswrack Trümmerfeld North Carolina

Sextant oder Oktant in Wracktrümmerfeld eines unbekannten Schiffes vor der Küste von North Carolina; Credit: WHOI

North Carolinas Küsten: „Friedhof des Atlantiks“

Der rätselhafte Wrackfund in der Tiefsee liegt auf einer traditionellen Fahrtroute der Schiffsverkehre entlang der amerikanischen Ostküste. Bereits in der frühen Kolonialzeit verband sie mithilfe des Golfstromes Mittelamerika und den Karibikraum mit den aufstrebenden Hafenstädten des Nordens zwischen den Carolinas und Neuengland. Das Seegebiet vor der Küste North Carolinas gilt seit jeher als außerordentlich tückisch. Regelmäßig wird das von starken Meeresströmungen und Untiefen geprägte Gebiet von schweren Hurrikanen heimgesucht. Derzeit sind etwa 2.000 Schiffswracks vor North Carolinas Küste bekannt. In der bisweilen auch als „Friedhof des Atlantiks“ bezeichneten Meeresregion liegen auch mehrere deutsche U-Boote aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Erst im vergangenen Jahr wurden die Überreste des 1942 vor Cape Hatteras versenkten Unterseebootes U 576 entdeckt. Das wohl berühmteste Wrack vor North Carolinas stürmischen Küsten ist jedoch das einstige Flaggschiff der karibischen Piratenlegende Edward Thatch, alias „Blackbeard“. Das Wrack seiner QUEEN MARY’S REVENGE liegt in der Bucht von Beaufort und wurde 1996 durch amerikanische Schatzsucher entdeckt.

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