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Spätmittelalterliches „Seeungeheuer“ aus der Ostsee

Galionsfigur Schiff GRIBSHUNDEN 1495

Spätmittelalterliches „Seemonster“ auf dem Grund der Ostsee: Die Galionsfigur der GRIBSHUNDEN, eines dänischen Kriegsschiffes, gesunken im Jahre 1495 vor der schwedischen Stadt Ronneby; Foto: Johan Rönnby/MARIS

Am 11. August wurde sie vom Grund der Ostsee geborgen, am heutigen Sonntag, während des schwedischen Archäologietages, soll sie nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden: eine hölzerne Galionsfigur aus dem späten Mittelalter; ein grimmig dreinblickendes „Seeungeheuer“ in einem rund 3,4 Meter langen Holzbalken geschnitzt. Nicht zufällig erinnert die Figur entfernt an einen Hund. Das vor der südostschwedischen Küste in Ronneby, Provinz Blekinge, geborgene Fabelwesen stammt von einem 1495 gesunkenen Kriegsschiff: der GRIBSHUNDEN. Der maritime „Jagdhund“ des dänischen Königs Hans (1455-1513) befand sich seinerzeit auf dem Weg nach Kalmar. In Ronneby vor Anker liegend sank es damals infolge eines Feuers und wurde erst in den 1970er Jahren von Sporttauchern entdeckt.

Die GRIBSHUNDEN und ihre seefahrtsgeschichtlichen Zeitgenossen

Es wird vermutet, dass die GRIBSHUNDEN ursprünglich in den Niederlanden oder in Flandern erbaut wurde. Die Schiffhölzer der GRIBSHUNDEN sind auf die 1480er Jahre datiert worden. Das dänische Kriegsschiff gilt als eines der am besten erhaltenen Schiffswracks des 15. Jahrhunderts. Zeitgenosse solch berühmter Schiffe wie der SANTA MARIA eines Christoph Kolumbus, der MATTHEW des Giovanni Caboto alias John Cabot und der SÃO GABRIEL des Vasco da Gama. Weitere Teile des Wracks der GRIBSHUNDEN sollen nun nach und nach geborgen werden.

Bergung unter der Leitung von Johan Rönnby

Die Bergungsaktion der kostbaren Galionsfigur des „Greifhundes“ stand unter der Leitung des schwedischen Unterwasserarchäologen Johan Rönnby vom Maritime Archaeological Research Institute (MARIS) an der Södertörn-Hochschule in Flemingsberg bei Stockholm. Rönnby ist auch mit der Untersuchung des schwedischen Kriegsschiffes MARS betraut. Die MARS wurde 1561 während einer Seeschlacht in der Ostsee durch ein lübisches Schiff geentert, geriet schließlich ebenfalls in Brand und versank zwischen Öland und Gotland. Die MARS wurde erst 2011 entdeckt.

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